
Das Kapuzinerkloster in Mals (Vinschgau) wurde 1697 gegründet. Kirche und Kloster fielen im Jahr 1799 einem Brand zum Opfer, wurden jedoch bald wiederaufgebaut. 1808 wurde das Kloster unter der bayerischen Regierung aufgehoben, doch schon ein Jahr später konnten die Kapuzinerpatres wieder einziehen. Aufgrund von Nachwuchsmangel wurde das Kloster 1991 aufgelassen und an das Land Südtirol verkauft. Heute ist im ehemaligen Klostergebäude ein Altersheim untergebracht.
Die Kapuzinerbibliothek von Mals wurde Anfang der 1990er-Jahre in das Bozner Franziskanerkloster gebracht und dort in einem der unterirdischen Büchermagazine geschlossen aufgestellt.
Die Büchersammlung umfasst insgesamt rund 6.000 Bände. Es sind keine Inkunabeln vorhanden, die ältesten Bücher des Bestandes stammen aus dem Jahr 1506. Die Drucke des 16. Jahrhunderts machen 1,1% des Gesamtbestandes aus, die Drucke des 17. Jahrhunderts ca. 4%. Größtenteils stammen die Werke aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Inhaltlich überwiegen laut Germiniasi die Themengebiete Theologie (vor allem Bibelwissenschaften, Moral- und Pastoraltheologie) und die Philosophie. Die Bibliothek der Kapuziner Mals wurde Anfang der 2000er-Jahre im Rahmen des Projekts EHB katalogisiert.