
Bereits vor der Gründung des Kapuzinerklosters in Lana im Jahr 1667 waren Kapuzinerpatres aus Meran, die dort seit 1616 ein eigenes Kloster besaßen, als Fasten- und Pfarrprediger nach Lana gekommen. Sie engagierten sich auch in der Armen- und Krankenpflege, insbesondere während der Pest- und Choleraepidemien.
Während der Klosteraufhebungen unter Joseph II. wurde das Kloster zwar offiziell aufgelöst, die Kapuzinerpatres behielten allerdings das Wohnrecht im nun als „Hospiz“ geführten Kloster. 1898 wurde das Hospiz wieder in ein Kloster umgewandelt. Im Jahr 2013 wurde das Kapuzinerkloster Lana aufgelassen.
Die Bestände der Lananer Kapuzinerbibliothek wurden bereits im Jahr 2004 als Leihgabe in den Deutschordenskonvent von Lana überführt, wo sie in einem eigenen Raum im Bibliothekstrakt untergebracht waren. 2020 wurde der Kapuzinerbestand in die Provinzbibliothek der Kapuziner nach Brixen gebracht und dort geschlossen aufgestellt.
Die Bibliothek des Kapuzinerklosters in Lana zählt über 12.000 Bände – darunter 11 Inkunabeln, die größtenteils der Homiletik zuzuordnen sind. Rund 14 % des Bestandes entfallen auf Tirolensien, bei denen die Spiritualität, gefolgt von der Homiletik, den größten Anteil ausmacht. 74% der Sammlung entfallen auf theologische Werke, während der restliche Bestand weltliche Disziplinen wie Literatur und Geschichte umfasst.
Die Bibliothek der Kapuziner Lana wurde in den Jahren 2004 bis 2007 in den Räumlichkeiten des Deutschen Ordens Lana im Rahmen des Projekts EHB erfasst.