
Die ursprünglich aus Siffian am Ritten stammende bekannte Bozner Hoteliersfamilie Staffler erhielt unter Erzherzog Matthias von Österreich Jahr 1596 ein eigenes Wappen. Noch heute sind die renommierten Bozner Hotels „Greif“ und „Laurin“ im Besitz der Staffler.
Die Privatbibliothek der Familie Staffler befindet sich heute als Depositum in der Landesbibliothek Dr. Friedrich Teßmann. Sie umfasst insgesamt 380 Werke aus den verschiedensten Fachbereichen, die zum überwiegenden Teil von Kurt Staffler (*1908–✝1940) stammen und dessen Exlibris und handschriftlichen Besitzvermerk tragen. Der früh verstorbene Kurt Staffler war humanistisch umfassend gebildet und künstlerisch-handwerklich sehr begabt. So betätigte sich der passionierte Sammler etwa als Bildhauer, Paläograph, Geneaologe und Heraldiker. Er fertigte u.a. meisterhafte Kopien der gemalten Wappensammlung aus dem 17. Jahrhundert im Bozner Stadtmuseum sowie von Stephan von Mayrhofens Genealogien des Tiroler Adels (*1751–✝1848) an, die sich im Innsbrucker Ferdinandeum befindet. Stafflers Abschrift von Mayrhofens Werk wird im Depositum der Landesbibliothek Teßmann aufbewahrt.
Die Büchersammlung Staffler enthält eine Inkunabel und setzt sich zu über einem Drittel aus Werken des 18. Jahrhunderts zusammen. Mehr als 20% entfallen jeweils auf Drucke aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Zudem machen Tirolensien einen Anteil von 18% aus.
Auch einige rare Drucke sind im Bestand zu entdecken, z.B. die Relation Universelle De L'Afrique Ancienne Et Moderne von Phérotee de La Croix, erschienen 1688 in Lyon, Vitruvs De Architectura Libri X. (Straßburg: Knobloch, 1550) oder das illustrierte naturkundliche Werk Neu-eröffnete Schatzkammer/ verschiedener Natur- und Kunst-Wunder, gedruckt 1689 in Nürnberg.
Ein Teil der Sammlung stammt vermutlich aus dem Besitz des Juristen, Rechtsanwalts und Kulturhistorikers Dr. Richard Staffler (*1880–✝1962), eines Verwandten von Kurt Staffler.
Die Bibliothek Staffler wurde im Jahr 2004 durch das Projekt EHB erschlossen.