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Serviten Maria Weißenstein

Die Geschichte des beliebten Wallfahrtsorts Maria Weißenstein (Gemeinde Deutschnofen auf dem Regglberg) beginnt im Jahr 1553, als dem Bergbauern Leonhard Weißensteiner der Legende nach die heilige Jungfrau Maria erschien und ihn von seiner Krankheit heilte. Aus Dankbarkeit errichtete er eine Kapelle, die sich schon bald zu einem beliebten Wallfahrtsziel für Pilger entwickelte.

Im Jahr 1717 wurde die Ordensgemeinschaft der Serviten mit der Betreuung der Pilgerstätte betraut, die sie bis heute bewohnen. Die Gründung der Bibliothek fällt in diese Zeit.

Im Zuge des Josephinismus wurde das Servitenkloster aufgehoben und sein gesamter Besitz – darunter auch die Büchersammlung – veräußert. Nach 1836 wurde die Bibliothek jedoch wiederaufgebaut und sukzessive erweitert.

Die Bibliothek besteht aus zwei Abteilungen: der antiken Bibliothek und der modernen Bibliothek. Die antike Bibliothek, die im zweiten Stock des Klosters in massiven Nussholz-Bücherschränken untergebracht ist, umfasst etwa 2.500 Bände aus der Zeit von 1514–1925. Dieser historische Bestand wurde Anfang der 2000er-Jahre durch das Projekt EHB erschlossen. Ein Teil des Altbestandes trägt die Provenienz Servitenkloster Innsbruck.

Die historische Weißensteiner Servitenbibliothek umfasst größtenteils theologische Werke, wobei Predigtliteratur und katechetische Schriften überwiegen. Zu den wertvollsten und interessantesten Werken der antiken Bibliothek gehören das Gebetbuch Kaiser Maximilians I. (Oratio ad suum proprium angelum, gedruckt 1515) und zwei Werke des Humanisten Johannes Reuchlin: zum einen De verbo mirifico, gedruckt 1514, das sich mit esoterischen Lehren und der hebräischen Kabbala beschäftigt, zum anderen das im Jahr 1518 erschienene Grammatik-Werk De accentibus et orthographia linguae hebraicae.

Die moderne Bibliothek (ca. 15.000 Bände ab dem Erscheinungsjahr 1926) befindet sich im Erdgeschoss des im Jahr 2000 errichteten „Pilgerhauses“ in einem modern ausgestatteten Bibliotheksraum mit Arbeits- und Leseplätzen und einer geräumigen Rollanlage. Der Schwerpunkt der modernen Sammlung liegt auf den Themen Volksfrömmigkeit (darunter auch Wallfahrtswesen und Aberglaube), Mariologie und neue religiöse Bewegungen (New Age). Ein Großteil des modernen Bestandes (ca. 10.000 Bücher) wurde von einem ehemaligen Mitbruder elektronisch erfasst. Diese Daten flossen jedoch nicht in den EHB-Katalog ein. Die moderne Bibliothek war ursprünglich als öffentliche Bibliothek konzipiert, ist jedoch derzeit geschlossen.

Das Wallfahrtskloster, das heute von der Lombardisch-Venezianischen Ordensprovinz betreut wird, wird aktuell von sechs Patres bewohnt. 

 
Literatur
Kontakt

Servitenbibliothek Weißenstein

Weißenstein 9

39050 Deutschnofen

Website: https://www.weissenstein-pietralba.com/de/

 

Prior P. Maurice M. Kisomose

Tel.: 0471 615165

E-Mail: maria@weissenstein.it

 
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