
Die historische Bibliothek von Burg Taufers in der Ahrntaler Gemeinde Sand in Taufers ist im obersten Geschoß des Ostflügels untergebracht.
Der getäfelte Bibliothekssaal, den der ehemalige Burgbesitzer Ludwig Lobmeyr (*1829–✝1917) Anfang des 20. Jahrhunderts einrichten ließ, beeindruckt durch seine schöne Ausstattung: eine kunstvoll gestaltete Kassettendecke, in deren Mitte biblische Propheten in Graumalerei dargestellt sind, ein farbenfroher Reiterkachelofen aus dem 17. Jahrhundert und wuchtige barocke Paramentenschränke aus der Sakristei der Tauferer Pfarrkirche, in denen die reiche Büchersammlung Platz findet.
Die über 4.000 Bände zählende Bibliothek umfasst hauptsächlich weltliche Werke – darunter sind etwa auch Rezepte, Reiseberichte oder historische Frauenzeitschriften des 19. Jahrhunderts zu finden.
Der frühere Burgbesitzer Ludwig Lobmeyr, ein Wiener Glaswarenfabrikant, k.u.k. Oberleutnant und Kunstsammler, hinterließ einen umfangreichen Büchernachlass, der vor allem zahlreiche bedeutende Werke zum Thema Kriegs- und Militärwesen umfasst, von denen viele das Exlibris des k.u.k. Militärgeographischen Instituts in Wien tragen. Lobmeyr, der Burg Taufers im Jahr 1903 erwarb und bis 1918 besaß, gilt als ihr Retter, da er die verfallene Burganlage umfassend restaurieren ließ.
Auch Bücher mit dem Exlibris des auf Lobmeyr folgenden Burgenbesitzers Karl Koltscharsch, eines Apothekers aus Wiener Neustadt (✝1922), lassen sich in der Bibliothek finden.
Ebenso wurde ein Teil des Büchernachlasses des Rechtsanwalts, Historikers und Heimatpflegers Dr. Ludwig Walter Regele (*1944–✝2013), der etwa 370 Bände umfasst, nach seinem Tod in die Burg Taufers überführt und dort erfasst. Der andere Teil seiner Sammlung fand seinen Platz in der Trostburg bei Waidbruck.
Das älteste Werk der Burgbibliothek datiert auf das Jahr 1570, der größte Teil der Sammlung stammt jedoch aus dem 19. Jahrhundert.
Die Bibliothek von Burg Taufers wurde zwischen 2013 und 2022 von Castellan Dr. Alexander Maier im Rahmen des Projekts EHB katalogisiert.