
Der Orden der Eucharistiner gelangte auf Betreiben des Politikers und Gutsbesitzers Franz von Zallinger-Stillendorf im Jahr 1897 nach Bozen, wo die erste Kirche des Eucharistinerordens im deutschsprachigen Raum errichtet wurde – die Herz-Jesu-Kirche (früher: Herz-Jesu-Anbetungskirche). Anlass für den Bau der Kirche in der Rauschertorgasse waren das 100-jährige Jubiläum des Bundes Tirols mit dem Heiligsten Herz Jesu (1796) sowie das 50-jährige Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef I. Die Herz-Jesu-Kirche wurde in den Jahren 1897 bis 1899 im neuromanischen Stil aus dunkelrotem Porphyrstein erbaut. 1897 bezogen die ersten drei Eucharistiner das alte, neben dem Kirchenbau angrenzende „Tutzerhaus“ (Rauschertorgasse Nr. 6) als Kloster.
Die Bibliothek der Eucharistiner ist aufgrund der Ordensniederlassung im Jahr 1897 vergleichsweise jung: Der Altbestand (Drucke bis zum Jahr 1850) macht lediglich etwa 3% der Sammlung aus, wobei keine Inkunabeln vorhanden sind. Der Großteil des Bestands besteht aus Drucken des 20. Jahrhunderts (ca. 73%), gefolgt von Drucken des 19. Jahrhunderts mit einem Anteil von etwa 22%. Die Bücherbestände der Eucharistiner sind auf drei Standorte verteilt: Die historische Bibliothek ist im halbrunden Hauptsaal rund um die Apsis der Herz-Jesu-Kirche untergebracht, modernere Bestände befinden sich in den Vorräumen zur historischen Bibliothek und im ehemaligen Proberaum des Gelfchors.
Der thematische Schwerpunkt der Bibliothek liegt auf der Theologie: Zu den bedeutendsten Fachgruppen zählen Hagiographie, Bibelwissenschaften, Dogmatik, Katechetik, Homiletik sowie Spiritualität/Aszetik, mit besonderem Fokus auf die Eucharistie. Neben den theologischen Beständen sind auch weltliche Fachgebiete vertreten, darunter Geschichte, Literatur sowie Soziologie, Pädagogik und Psychologie.
Die Eucharistinerbibliothek wurde in den Jahren 2011 bis 2016 von EHB-Mitarbeitern erschlossen. Sie umfasst über 25.000 Bände.